Waisenhaus-Kirche Denkmal des Monats Mai 2007

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) hat die Kirche auf dem Gelände des Sülzer Kinderheims am Sülzgürtel zum Denkmal des Monats erklärt. Da die Stadt Köln das Gelände verkaufen will und eine Wohnbebauung geplant ist, befürchtet der Verein, bei der Realisierung dieser Pläne, dass die Waisenhaus-Kirche Schaden nehmen wird. Schon jetzt sind u.a. die Fenster der Kirche in einem miserablen Zustand.


Foto: Alexander Harald Hess, RVDL

Wußten sie übrigens, dass sich Mitglieder des RVDL seit Jahren um die Instandhaltung und Pflege des über 100 Jahre alten Rosengartens im Klettenbergpark bemühen. Dazu werden noch Helfer gesucht. Wenn Sie Interesse haben und mithelfen wollen, erfahren Sie mehr dazu hier: Rosengarten im Klettenbergpark

Dazu schreibt der Verein:
Die Böhmkirche "Zur Heiligen Familie"
Zu dem unter Leitung des Hochbauamtes der Stadt Köln in den Jahren 1951 bis 1966 erfolgten Wierderaufbau bzw. Neubau der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten städtischen Kinderheime, in Köln allgemein bekannt als Sülzer Waisenhaus, gehörte auch die Wiederherstellung der zerstörten Waisenhaus-Kirche. Prof. Dominikus Böhm wurde beauftragt, gemeinsam mit seinem Sohn Dipl.-Ing. Gottfried Böhm ein Konzept für den Bau einer Kirche für Kinder unter Einbeziehung des noch erhaltenen neubarocken Turms der Vorgängerkirche zu erstellen. Nach dem Tode des Vater übernahm Sohn Gottfried die weitere Planung. In der Zeit zwischen 1956 bis 1958 entstand ein individueller Kirchenbau voller Symbolik. Die Außenmauern wurden aus Schüttbeton gegossen, für den teilweise auch Trümmer der ersten Kirche verwendet wurden. Sehr eindrucksvoll sind die Reliefs an der äußeren Chorwand von J. Pechau. Sie zeigen, sozusagen als Symbol für die Aufgabe der Kinderheime, den "Guten Hirten" mit seiner Herde von 126 Schäfchen und den Hütehund als Freund und Beschützer. Der Eingang zur Kirche befindet sich unter dem Turm. Von dort aus führt ein Treppenaufgang in den Innenraum der Saalkirche. Hier dominiert im Altarbereich ein großer Baldachin mit maurischen Stilelementen. Die farbigen runden Fenster und die 120 kleinen Einzelfenster, von denen jedes einen Kinderkopf zeigt, erfüllen den Raum bei Sonnenschein mit einem ganz besonderen Licht. Trotz dieses Eindrucks von Helle und Schönheit ist der desolate Zustand der Fenster unübersehbar. Da das Gelände (ca. 4,12 ha) zum Verkauf steht und nach dem Abriss fast aller Gebäude dort eine Großbaustelle entsteht, möchte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz( RVDL) schon jetzt darauf hinweisen, dass der Kirchbau unbedingt schon vor Beginn der Arbeiten vor Beschädigungen geschützt werden muß, damit nachher eine sinnvolle Nutzung überhaupt noch möglich ist. Die Kirche "Zur Heiligen Familie" steht unter Denkmalschutz".
Eva-Hildegard Heidger vom RVDL


 

 

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