In unserem Viertel wurde Zweiradgeschichte geschrieben.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Köln zu einem bedeutenden und innovativen Industriezenzrum entwickelt. Auch die fabrikmäßige Herstellung von Fahrrädern beginnt, und das 1890 in Lindenthal mit der Gründung der Allright-Fahrradwerke durch Georg Sorge in der Freiligrathstr. 31-37a. Das es mit dem wohlklingenden Namen allein nicht getan war, wußte Sorge. Deshalb legte er von Anfang an großen Wert auf sportliche Erfolge. Bei einem der ersten Fahrradrennen der Fahrradgeschichte, der vielbeachteten Distanzfahrt Wien-Berlin 1893 über 582 km, belegte er einen respektablen zweiten Platz hinter Josef Fischer auf Opel. Dieses Ereignis bescherte der jungen Fahrradgeschichte den ersten "Boom", und die Produktion in Deutschland verdreifachte sich innerhalb von 4 Jahren auf 350.000 Stück.
Bald nach der Firmengründung zog Allright aus einer kleinen Werkstatt auf das neue Firmengelände auf der Neuenhöfer Allee 90, damals noch Neuenhöfer Weg. 1897 verzeichnete der Allright-Katalog insgesamt 26 Modelle in einfacher, feiner und feinster Ausführung. Nicht nur die Preise erinnern daran, daß Fahrräder einst ein ausgesprochenes Luxusgut waren. Allright richtete eigens eine Radfahrschule im noblen Hohenzollerngarten ein, um der wohlhabenden Kundschaft die hohe Kunst des Radfahrens näher zu bringen.


Ansicht des Werkes auf dem heutigen Mercedes-Gelände

Aus den Allright-Fahrradwerken gingen 1899 die Köln-Lindenthaler Metallwerke AG (KLM) hervor. Neben Fahrrädern wurden zwichen 1901 und 1927 auch Motorräder gebaut. Damit gehörte KLM zu den Pionieren des Motorradbaus - weltweit! Auf der Luxemburger Straße 280, dem heutigen Mercedes-Gelände, wurde 1896 die Cito-Fahrrad-Werke G.m.b.H. gegründet, die 1924, durch Missmanagement heruntergewirtschaftet, von KLM übernommen wurden. Um 1900 beschäftigten die KLM 750 Mitarbeiter und galten als größter Arbeitgeber im Kölner Westen. Bei anderen Kölner Zweiradherstellern wie Imperia, KMB, Apex, Esch-Rekord, Argul, Goldrad, Colonia und Staffelrad arbeiteten noch mal so viele.

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